Projektbeispiel 2: Chorin

1995-96 erfolgte im Zusammenhang mit statischen Sicherungsarbeiten und Risssanierung die Konservierung des bauzeitlichen Innenputzes in den drei westlichen Jochen der Klosterkirche. Diese rein auf die Substanzerhaltung beschränkte Restaurierung hat sich, wie eine aktuelle Besichtigung zeigt, sehr gut bewährt, es haben sich an den gesicherten Flächen im Inneren so gut wie keine neue Schäden eingestellt.

2010 kam es zu einer Notsicherung im Chor, so dass hier nur noch ästhetische Maßnahmen im Sinne einer optischen Verbesserung zu leisten waren - der Bestandsschutz im Chor war bereits gewährleistet.

Die noch vorhandenen Putzflächen im übrigen bisher nicht konservierten Innenbereich der Kirche waren durch Ablösung vom Backsteinmauerwerk hingegen stark gefährdet. Da Chorin ein Denkmal der Zisterzienserbaukunst von übernationaler Bedeutung darstellt, sind diese Zeugnisse der bauzeitlichen Innenraumfassung von unschätzbarem Wert für die Kultur- und Kunstgeschichte. Eine Erhaltung nach dem Vorbild der drei Westjoche war unbedingt anzustreben. Dies wurde durch das Brandenburgisches Landesamt für Bauen und Liegenschaften (BLB), Sitz Bernau, beauftragt und begleitet. Bedingt durch das geltende denkmalpflegerische Konzept für Chorin ist mit der Sanierung der bauzeitlichen Putzbestände die „Innenraumfassung“ der Klosterkirche abgeschlossen.

Dies schließt angesichts knapper Mittel eine kritische Wertung bei der Bestandsaufnahme nicht aus, so sollten große, zusammenhängende Putzflächen zuerst bearbeitet werden; ein Grenzwert für die Mindestgröße der zu sichernden Putzinseln u. a. wurde durch die Denkmalfachbehörde abschließend festgelegt sein. So lagen dem Angebot keinesfalls Maximalbestrebungen zugrunde, sondern eine Einschätzung nach dem oben genannten, auch bisher angewendeten Prinzip.

Eine Anmerkung zum Ausführungsmodus: die starke Nutzung Chorins für musikalische Aufführungen aller Art im Sommer lässt nur begrenzte Zeitabschnitte im Frühjahr und im zeitigen Herbst für die Konservierungsarbeiten übrig, etwa April-Mai und September-Oktober (von November bis März ist die Verwendung des Injektionsmörtels wegen Frostgefahr nahezu nicht möglich). Daher musste zeitlich flexibel und in den freigegebenen Zeitabschnitten konzentriert gearbeitet werden, um alle Anforderungen unter einen Hut zu bekommen. Nach unserer Einschätzung und dem uns übermittelten Eindruck der Beteiligten ist dies ordentlich gelungen. Es hat nicht zuletzt große Freude bereitet.